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KLAUS BREUING
Geboren am Montag, d. 2. Juli 1951, in Wernigerode als zweites Kind des Harzquer-Eisenbahners Walter Breuing und seiner Frau Käthe geb. Winkler.
Besuch eines evangelischen Kindergartens, dann der Diesterweg-Grundschule Wernigerode. Facharbeiterausbildung als Maschinenbauer für Lebensmittelverpackungsmaschinen. Nebenbei Gitarrenunterricht und Mitwirkung in verschiedenen Amateurtanzkapellen (u. a. in Die Grauen Mönche, Orion und Uhrwerk). Auch während des Grundwehrdienstes tätig als Tanzmusiker. Danach Wechsel vom Maschinenbau in den Volksbuchhandel, Buchhändler in Wernigerode. Teilnahme mit der Amateur-Combo Uhrwerk bei den X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten 1973 in Berlin. Ein Jahr später Wechsel des Wohnsitzes von Wernigerode nach Berlin (Ost). Beginn schriftstellerischer Versuche und Musiker für die Konzert- und Gastspieldirektion (KGB) Potsdam.
Bockwurst- und Engerling(=Erdnussflips)-Verkäufer auf dem Alexanderplatz. Kamerakabelträger für den Deutschen Fernsehfunk (DFF) im alten Friedrichstadtpalast (Kessel Buntes, Rund u. ä.). Lampenverkäufer im Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz und Sortierer im Bananenkeller Dirksenstraße. Möbelträger.
Aufnahmeprüfung bei Dieter Rumstig an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" zum Vorstudienjahr im Fach Gitarre. Aufgrund des Vortragens seines Textes "Trinkspruch an die Stasi - Kleines Revoluzzer-Gedicht" während der Premierenfeier zu Kurt Bartschs Einakter "Der Bauch" im Roten Salon der Volksbühne erste Wohnungsdurchsuchung. Polizeiliche Ermittlungen und Gerichtsverhandlung wegen Urkundenfälschung in sechs Fällen (hinter dem Spiegel versteckte gefälschte Anträge auf Arbeiterrückfahrkarten der Deutschen Reichsbahn). Verhängung seines ersten Berlin-Verbots.
Danach Arbeit als Saisonkellner in der HOG (= Gaststätte der Handelsorganosation) "Christanental" in Wernigerode zur Abzahlung der vom Gericht verhängten Geldbuße. Bei Rückkehr nach Berlin waren im Dachgeschoss seiner Wohnung Fußboden, Bett und Bücherregal mit fettem schwarzen Ruß besprüht.
Arbeit als Wareneingangs-Möbelträger für das Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz. Erneute Wohnungsdurchsuchung, polizeiliche Ermittlungen und Ablehnung an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Aufnahme an der Fachschule für Tanzmusik am Friedrichshain. Aktmodell in der Kunsthochschule Weißensee. Weitere schriftstellerische Versuche, Lyrik. Nach zweieinhalb Jahren Abbruch des Studiums an der Fachschule für Tanzmusik.
Um 1975 Bekanntschaft mit der alten Puppenspielerin Ilse Iwowski und Bekanntschaft mit der Puppenspielerin Heidi Schwieder; mit ihr erste gemeinsame Auftritte im Puppenspiel. Vorspiel an der Schauspielschule Berlin, Fachrichtung Puppenspiel. Nach bestandener Eignungsprüfung Rücknahme der Studienzulassung wegen überschrittenen Höchstalters für Direktstudenten (26 Jahre). Ab Frühjahr 1976 zweiter Hilfshausmeister im Museum für Naturkunde in der Invalidenstraße - hier u. a. verantwortlich für die Reinigungsmittelausgabe an die Raumpflegerinnen. Havariefall am Riesensaurier, dessen "Unterkiefer"-Knochen durch eine Reinigungskraft rückwärts mit der Bohnermaschine abgerissen wurde.
Im November Konflikt mit dem Oberhausmeister, der anders als Klaus Breuing den Liedermacher Wolf Biermann für einen Verräter hält.
Danach nicht ausgebildeter Krankenpfleger in der HNO-Abteilung der Berliner Charité, wo man Klaus Breuing für einen Medizinstudenten hält, bis nach acht Wochen der Irrtum ruchbar wird. Weiterhin freier Puppenspieler, externe Ausbildung als Puppenspieler am Elbe-Elster-Theater Lutherstadt Wittenberg, am Staatlichen Puppentheater Frankfurt/O. und anderen Bühnen.
Nach abgebrochenem Versuch einer Westflucht 1978 über Bulgarien/Türkei Beginn als Solo-Puppenspieler mit Rucksackbühne. Alljährliche Gastspiele im Staatlichen Puppentheater beim Theater der Werftstadt Wismar auf der Insel Hiddensee, in den kirchlichen Behindertenheimen Neinstädt und in Berliner Kindergärten und Schulen.
Staatliche Zulassung für schriftstellerische Tätigkeit auf Steuernummer des Ostberliner Finanzamtes. Danach 6 Jahre Engagement als Puppenspieler am Theater Anklam. Dort Erwerb einer Berufserlaubnis mit Einstufung als Puppenspieler mit eingeschränkter Zulassung (ausschließlich für Kinderprogramme). Nach sechsjährigem Engagement am Theater Anklam kündigt Klaus Breuing seinen Vertrag und arbeitet fortan als freischaffender Puppenspieler.
1986 Umzug von der Knaackstraße 92 in die Knaackstraße 54, wo Klaus Breuing Wohn- und Gewerberäume in einem ehemaligen Fleischerladen zugewiesen bekommt. Erlebnis des Mauerfalls in der Handelorganisationsgaststätte (HOG) "Quedlinburger Hof" in Quedlinburg/Harz.
Aus der Not des Zusammenbruchs der Auftragssituation als Puppenspieler (wie auch seiner Stammgastspielorte) erwächst der Plan, in den Gewerberäumen seiner Puppenspielerwerkstatt, deren Miete von 92 Mark (Ost) auf 1.943 DM (West) gestiegen war, einen Schankbetrieb zu eröffnen. Lehrgang für den Betrieb einer Gastwirtschaft und Zulassung als Schankwirt durch Berliner Handelskammer. Erster Betriebsausflug in die "Eierschale" nahe der Gedächtniskirche.
Am Montag, d. 21. Oktober 1991, um 20. 00 Uhr, feierliche Einweihung des Café Lampion, einer Nachtschwärmer-Szenekneipe mit Kinderpuppentheater-Spielbetrieb. Erwerb eines Toyota-Kleinbusses.
1993 Erwerb der Gebäude und des Grundstückes der ehemaligen Dorfschule, Dorfstraße 1, im uckermärkischen Dorf Funkenhagen. Ausbau der früheren Scheune zur sechzig Plätze fassenden Spielstätte seines Sommerpuppentheaters. 1997 Beginn des regelmäßigen Puppenspielbetriebes in der Sommersaison.
18. Juli 2000 Erstsendung des Porträt-Dokumentarfilms (ORB, 25 Min.) von Angelika Kettelhack und Uli Gellermann "Prinz Hinz von Pfefferminz". 19. Oktober 2001 Erstsendung des Dokumentarfilms (SFB/TNM) von Günter Kotte "Lampion - C'est si bon".
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2003 wird das "Lampion" in der Berliner Knaackstraße wegen Übernahme des Hauses durch einen neuen Besitzer geschlossen. Klaus Breuing konzentriert sich nun ganz auf den Standort Funkenhagen und wandert von dort aus als "Wanderndes" Puppentheater Lampion durch Deutschland. |
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